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Weitere Verjüngungskur

Platz 3 hatten die Stäfner belegt, als die Saison 2019/20 im März abgebrochen worden war. Daran wollen sich die Gelbschwarzen allerdings nicht messen lassen. Das Saisonziel umschreibt Trainer Philipp Seitle so: «Wir wollen mit unserer jungen Mannschaft, die fast ausschliesslich aus eigenen Junioren besteht, begeistern und spektakulären Tempohandball spielen. Unser Fokus liegt dabei auf der individuellen Weiterentwicklung unserer Spieler. Wenn wir das so umsetzen können und die Jungs richtig mitziehen, spielt der Tabellenplatz diese Saison eine untergeordnete Rolle.»

Denn durch den Abgang von Armin Sarac zu Erstligist Frauenfeld, den Rücktritt von Roger Bleuler und das Kürzertreten von Nicola Brunner, er wechselte in die 2.-Liga-Mannschaft, ging viel Erfahrung verloren. Brunner debütierte im Fanionteam in der Saison 2007/08 und absolvierte 361 Nationalliga-Partien sowie 36 Cup-Einsätze für die Gelbschwarzen, in welchen der Linkshänder 1138 Tore erzielte. «Wir werden Nici vermissen, ihn aber noch in gebührendem Rahmen verabschieden», sagt VR-Präsident Christian Rieger.

Zwei U19-Nationalspieler

In die Fussstapfen des arrivierten Trios treten primär Eigengewächse. U19-Nationalspieler Noam Leopold hinterliess schon in der vergangenen Saison seine Duftmarke am linken Flügel. Im Rückraum zieht neu der auch erst 18-jährige Laurin Rinderknecht, der ebenfalls zum Kader der U19-Nationalmannschaft gehört, die Fäden. Der andere Spielmacher Moritz Bächtiger ist lediglich zwei Jahre älter. Etwas Routine und Masse bringt Stefan Lütscher als Kreisläufer und Verteidigungsspezialist mit. Der 28-Jährige kam von Erstligist Kloten und ist neben Yuki Nishida der einzige Neuzuzug, der noch nie ein Stäfner Dress trug. Mit dem Japaner Nishida geht die Zusammenarbeit mit dem Partnerteam Wakunaga in eine vierte Saison. Shota Fukuda war im Frühling in seine Heimat zurückgekehrt. 12 der 21 Spieler im Kader von Handball Stäfa zählen 22 Lenze oder weniger.

Längere Vorbereitung

Die Saisonvorbereitung verlief coronabedingt speziell. «Wir begannen so früh wie noch nie», sagt Captain Lukas Maag. Allerdings sei der Anfang im Mai mit den Trainings lediglich in Kleingruppen extrem gewöhnungsbedürftig gewesen. Vier Wochen lang durfte nur in 5er-Gruppe und ohne Körperkontakt geübt werden. Physisch seien alle auf einem sehr guten Level, meint der 29-jährige Rückraumspieler. Das hätten auch die Leistungstests gezeigt. «Spielerisch lief es in den Testspielen auch ganz gut, aber die Meisterschaft ist gerade für die Jungen immer ein anderes Paar Schuhe.»

Zweimal mussten die Stäfner vorsichtshalber ein Training absagen, weil ein Arbeitskollege eines Spielers positiv auf Corona geteste worden war. «Wir halten uns an die Schutzkonzepte und die üblichen Hygieneregeln. Bisher sind wir zum Glück verschont geblieben», sagt Maag, den es irritiert, dass ein Shakehands verboten ist, sich die Spieler danach aber 60 Minuten lang in 1:1-Situationen sportartbedingt sehr nahe kommen. Auch macht er sich Gedanken, was passiert, wenn es einen positiven Fall geben sollte. Gemäss Vorgaben des Verbands ist eine Spielverschiebung nämlich nur angezeigt, wenn mindestens sechs Spieler eines Teams positiv getestet oder in Quarantäne sind. «Fallen zwei, drei zentrale Spieler aus und eine Mannschaft muss trotzdem antreten, verfälscht das die Meisterschaft», findet Maag. «Da wir keine Vollprofis sind, hängen immerhin keine Existenzen davon ab.»

Auftakt in Genf

Die erste Bewährungsprobe erwartet die Stäfner am Samstag. Ihnen steht mit der Fahrt nach Genf gleich die längste Anreise der Saison bevor. In der vergangenen Spielzeit war den Seebuben die vierstündige Carfahrt nicht gut bekommen, sie unterlagen Chênois auswärts 27:30. Am Mittwoch, 9. September, folgt um 20.45 Uhr das Cupspiel auswärts gegen Erstligist Siggenthal/Vom Stein Baden, ehe am Samstag, 12. September, das erste Heimspiel gegen Birsfelden ansteht. 

2021 HP NLB