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Beste Unterhaltung im Seederby

45 Minuten lang wogte das Seederby vor toller Kulisse auf dem Frohberg hin und her. In der Schlussviertelstunde übernahm Handball Stäfa das Kommando und bezwang die SG Wädenswil/Horgen 32:26.
«Wir haben das Spiel 60 Minuten lang bestimmt», sagte Stäfas Trainer Philipp Seitle mit einem Kopfschütteln. «Mal haben wir dominiert und uns abgesetzt, dann haben wir den Gegner mit ärgerlichen Fehlern wieder zurück ins Spiel geholt.» Mehrheitlich hatten die Gelbschwarzen die Nase vorn. Gleich dreimal setzten sie sich mit zwei Toren ab, liessen die Gäste aber wieder ausgleichen. Mitte der zweiten Halbzeit gerieten die Stäfner, die in jener Phase gleich mehrfach an Goalie Andrija Kasalo gescheitert waren, nach einer 21:19-Führung gar 21:23 in Rücklage. Seitle nahm darauf sein letztes Time-out und wurde laut. «Ich habe gesagt, wir haben den Ausgang der Partie selbst in der Hand. Um zu gewinnen, müssten sich aber alle den A… aufreissen.»
Und wie die Gastgeber das Ruder herumrissen. Ganze zwölf Minuten lang liessen sie trotz mehrfacher Unterzahl keinen Gegentreffer zu. Im Gegenteil – mit acht Toren in Folge zum 29:23 sorgten sie für die Entscheidung in diesem Derby, das lange ausgeglichen gewesen war und den lautstarken Fans beider Lager beste Unterhaltung geboten hatte. Am Ende lautete das Score 32:26. Bereits zwei Minuten vor der Sirene begann Seitle auf der Bank mit den Auswechelspielern abzuklatschen und das Stäfner Publikum erhob sich zu einer Standing Ovation. Da lag das Transparent der Gästefans mit der Aufschrift «Mir wänd de Derbysieg» schon lange am Boden.
Stäfa trifft in Unterzahl dreimal
Das Schlussresultat gebe den Verlauf des Spiels nicht korrekt wider, meinte Pedja Milicic. «Von den Überzahlsituationen haben wir nicht genügend profitiert, sondern zwei, drei gute Chancen liegen gelassen», begründete der Trainer der SG Wädenswil/Horgen die Niederlage der Linksufrigen. In Unterzahl hatte vielmehr Moritz Bächtiger zum 23:23 und zum 25:23 getroffen. Ebenfalls mit einem Mann weniger verwandelte Roger Bleuler einen Flieger zum 26:23. Es war ein Stich ins rot-weisse Herz von Wädenswil/Horgen. Mit ihrem Tempospiel waren die Gäste vor allem in der ersten Halbzeit immer wieder erfolgreich gewesen. Im Positionsspiel bekundeten sie jedoch mit Fortdauer der Partie immer grössere Probleme. Das lag auch an der massierten Defensive Stäfas. «Wir haben über den Kampf probiert wieder ins Spiel zu kommen, das ist uns aber nicht gelungen», beschrieb Milicic die Schlussviertelstunde.
Sein Antipode lobte derweil die Mentalität seiner Spieler, die sich toll zurückgekämpft hätten. «Ab Mitte der zweiten Halbzeit haben sie gezeigt, wozu sie fähig sind.» Seitle hob aber sogleich auch den Mahnfinger: «Zu viele Aussetzer dürfen wir uns nicht leisten, sonst geht das irgendwann schief.»

Telegramm
NLB: Handball Stäfa - Wädenswil/Horgen 32:26 (16:16)
Frohberg. 410 Zuschauer. SR: Haldemann/Neumann. Torfolge: 2:1, 2:4, 5:5, 8:7, 11:9, 13:11, 13:13, 15:15, 16:16; 18:16, 18:19, 21:19, 21:23 (43.), 29:23 (55.), 29:24, 32:24, 32:26. Strafen: 6-mal 2 Minuten inkl. Disqualifikation Zimmermann (50.) gegen Stäfa, 4-mal 2 Minuten gegen Wädenswil/Horgen. - Stäfa: Murbach/Frei (1/ab 38.); Bleuler (4), Bächtiger (3), Ardielli (2), Vernier (1), Brunner (3), Schwander, Maag (6), Sarac (5/3), Zimmermann, Barth (3), Fukuda (3), Gretler (1). - Wädenswil/Horgen: Steiner/Kasalo (1/ab 20.); Simon Gantner (3), Sandro Gantner (6), Lechner (1), Daniel Gantner (2), Rellstab (6/3), Pascal Gantner (1), Kälin (3), Pospisil (1), Wolfer, Karlen (2). - Bemerkungen: Time-outs: Stäfa (8./2:4, 38./18:19, 43./21:23); Wädenswil/Horgen (21./10:9, 46./23:23, 52./27:23). 50. Sandro Gantner wirft Penalty an die Latte (25:23).

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